Gemeindesaal eingerichtet

Ein neuer Brief von Pavel

Guten Tag Vassili!
Ich habe mich sehr gefreut über Deinen Brief. Leider habe ich zu spät endeckt, dass er beim „Spam“ gelandet ist. Deswegen habe ich ihn erst nach zwei Wochen gelesen.
Bitte um Entschuldigung.
Ich bedanke mich ganz herzlich, dass Ihr weiter uns helfen wollt. Das freut uns sehr, gerade in diesen schwierigen Zeiten. Viel Hilfe bekommen wir zur Zeit wegen den Sanktionen nicht. Viele haben sich von uns abgewandt. Aber Ihr, Gott sei Dank, steht uns zur Seite.
Zur Zeit gibt es keine Möglichkeiten humanitäre Hilfe zu bekommen. Vielleicht ändert es sich noch zum Besseren.
Wir arbeiten weiter, wie gewohnt. Fast alle Sachen vom letzten Transport sind bereits verteilt. Im Sommer hatten wir noch das Kinderdorf geöffnet. Ab dem 15. Oktober werden wir die Armenküche aufmachen. Wir haben Kartoffeln, Möhren, Weißkohl von den Bauern gespendet bekommen. Brot und Fleisch bekommen wir von den Firmen. Mehl haben wir noch von Euch. Zucker, Öl und weitere Lebensmittel müssen wir noch kaufen.
Ich möchte mich nochmal bei euch für eure Arbeit ganz herzlich bedanken.

Die Kirchenbänke haben wir nach Freigabe durch den Zoll sofort aufgestellt. Leider habe ich versäumt die Fotos an Euch zu schicken.


Ich danke Gott, dass es Euch gut geht und Ihr alle gesund seid. Wir hätten Euch gerne bei uns gehabt, aber zur Zeit ist das nicht möglich.

Schöne Grüße an alle von uns. Bleibt gesund.
Mit Hochachtung Pavel und Mitarbeiter.“

(Übersetzung: Vassili Rakin)

Aktuelles aus Mogilev

Ein Brief von Pavel

Lieber Vassili, liebe Freunde aus Bocholt,

wir grüßen euch ganz herzlich! Schon wieder ist ein Monat vergangen, seit wir eure Hilfe bekommen haben. Die Zeit läuft sehr schnell. Corona ist in den Hintergrund geraten, aber andere, ernsthafte Probleme sind dazu gekommen. Das friedliche Leben ist aus den Fugen geraten, die Wirtschaft hinkt, die Preise steigen. In diesen Zeiten erinnert man sich sehr gerne an die gemeinsamen Begegnungen und eure Besuche bei uns. Wir bedanken uns sehr für eure Hilfe über viele viele Jahre. Eure Hilfe hat vielen Menschen geholfen, dass sie nicht in die Armut geraten sind. Noch einmal einen besonderen Dank für das Osterbrot und eure Liebe zu uns. Die Sachen, die wir bekommen haben, sind sehr gut. Wir hatten keine Schwierigkeiten mit dem Zoll bei der Deklaration der Ladung. Bei uns war Igor Krasko, Ehemann von Elena, und hat das Geschenkpaket mitgenommen. Später werden sie die für das Krankenhaus bestimmten Sachen abholen.
Der Frühling ist bald vorbei. Wir arbeiten wie immer. Seit dem 15. April ist die Armenküche außer Betrieb. Für Sommer planen wir aber unsere Arbeit im Kinderdorf. Zu uns kommen auch Flüchtlinge aus der Ukraine, die Hilfe brauchen. Sie kommen mit den Familien und bekommen von uns Kleidung, Schuhe, Geschirr und Lebensmittel von euch. Sie sind sehr dankbar für die Hilfe.
Wir hoffen, dass das Geschehene sich ändert und wir uns doch treffen können.
Wie geht es euch gesundheitlich? Wie sind eure Pläne?
Ich schicke ein Paar Fotos von der Hilfe für die Flüchlinge.
Schöne Grüße an alle. Gott schütze euch.

Mit Hochachtung Pavel und Mitarbeiter

(Übersetzung: Vassili Rakin)

Nachrichten aus Mogilev

„Lieber Vassili, liebe Freunde, meine Schwester und Brüder!

Das Schreiben von Werner hat uns sehr gefreut, das war ein schönes Geschenk für uns zu Ostern. Vielen vielen Dank für eure Hilfe, für eure Arbeit. Besonds bedanken wir uns für die Übernahme der Transportkosten sowie für den Betrag zum Osterbrot.

Wir haben nicht geahnt, dass die Situation sich hier vor Ort für uns so drastisch ändert. Aber ich muss sagen, dass keiner unsere 30-jährige Freundschaft auseinander bringen kann. Wir verstehen die jetzige Situation genauso wie ihr. Und wir werden ganauso wie früher auf euren Besuch in Mogilev warten.
Dann werden wir Eier mit Speck zum Frühstück für euch vorbereiten, Hannelore wird Kaffe kochen, Agnes wird einen Salat zum Grill vorbereiten und Werner wird für uns alle in Pribor grillen. Vielen vielen Dank dafür.

Corona ist bei uns vorbei, wir warten auf euch. Der letzte Transport war nicht einfach für euch und auch für uns, aber Gott sei Dank hat er stattgefunden.

Der LKW steht noch an der Grenze (das war noch letzte Woche am Samstag). Wir werden euch benachrichtigen, wenn er angekommen ist.

Noch einmal vielen Dank euch. wir lieben euch und beten für euch.
Mit Hochachtung Pavel und Angestellte.“

(Übersetzung: Vassili Rakin)

Geglückte Ankunft nach Verzögerungen

Ein Rundbrief von Werner:

Trotz Embargo und Corona ist wieder ein LKW mit knapp 17 t Hilfsgüter unterwegs zu unseren Freunden in Mogilov, Weißrussland.
Es war diesmal ziemlich hektisch mit dem Verladetermin. Bestätigt war der 9.4., wurde aber kurzfristig verschoben auf den 12.4. und dann kam am 11.4. um 9.00 Uhr morgens ein Anruf: bin in einer Stunde da. Dadurch kam ich ein wenig ins Schwitzen, denn ich musste für den gleichen Tag Helfer für die Verladung zusammenrufen. Dank Nachbarn und Familie hat auch das geklappt. Die Verladung lief sehr zügig und war nach vier Stunden komplett. Zwischendurch gab es zur Stärkung Bockwürstchen im Brötchen, selbst gebackenen Kuchen und Getränke. Am nächsten Tag fingen dann die Probleme zwischen Spedition und Zoll an. Wegen des Embargos mussten sehr aufwendige Zollunterlagen erstellt werden. Im Normelfall dauert das zwei Stunden, aber diesmal knapp zwei Tage.
Aber der LKW ist unterwegs und könnte schon fast vor Ort sein. Ich weiß nicht, ob oder wie er über Ostern in Belarus fahren darf, Hauptsache er kommt an. Ostern ist in Weißrussland ein sehr hoher Feiertag.
Danke noch einmal an alle, die so kurzfristig zu Verfügung standen.
Nächste Woche geht wieder weiter für den nächsten Hilfstransport 2023. Dann können schon die ersten 40 Säcke vom Kinderschutzbund abgeholt werden.
Ich wünsch euch Alles Gute
Bis dann Werner

Mittlerweile ist am Ostersonntag die Ankunft bei Mogilev mitgeteilt worden.

Bericht über unsere Arbeit

Auf der Homepage der Bocholter Freiwilligenagentur erschien am 1. April das folgende Ehrenamtsporträt

Helfen solange es geht

Trotz allem: Bocholter finden Mittel und Wege, um in Belarus Hilfe zu leisten.

Auf einmal, im Krieg, taucht Tschernobyl wieder auf. Die atomare Katastrophe von damals haben viele fast vergessen – und nun plötzlich neue Angst, neue Diskussionen, neue Bewertungen, komplette Kurswechsel. Der Supergau vom 26. April 1986 zeigt bis heute, 36 Jahre danach, seine schlimmen Folgen. Auch unter den Kindern der Nachfolgegeneration. Seit 20 Jahren helfen die Mitglieder des Vereins „Hilfe für tschernobylgeschädigte Kinder“ Betroffenen in der Region Mogilev (Mahiljou). Jetzt im April schicken sie wieder einen Hilfstransport von Bocholt in den östlichen Teil von Belarus.

Anfangs kamen Kinder hierher, aber jetzt macht es mehr Sinn, vor Ort zu helfen. „Ich weiß noch“, sagt Werner Linde, „wie mich Theo Heming beim Glas Bier dazu brachte, mal mitzufahren, nach Mogilev.“ Genetisch, sowohl körperlich als auch geistig schwer geschädigte Kinder erlebte er dort. Danach musste er unbedingt etwas tun, musste unbedingt mithelfen, und so war er ebenso wie seine Frau Agnes mit von der Partie, als der Verein 2002 unter Theo Hemings Vorsitz gegründet wurde. Heute ist er Nachfolger des vor elf Jahren verstorbenen ersten Vorsitzenden, dessen Ehefrau Hannelore immer noch unter den 24 Vereinsmitgliedern aktiv ist.

Sammeln, packen, fahren

Sie sind überwiegend älter, Werner Lindes Sohn Thomas ist mit 42 der Jüngste. Das schließt nicht aus, dass sie ungemein rege und aktiv sind. Sie suchen Geld- und Sachspender, sammeln Spenden ein, fahren dafür teils etliche Kilometer, sichten alles, lagern es in einer von einem Unternehmen kostenlos zur Verfügung gestellten Halle in Rhede und verkaufen einen Teil, um dadurch die Transportfahrten zu finanzieren. Neben vielen anderen hat Werner Lindes Chef den Verein großzügig unterstützt, indem er Fahrzeuge zur Verfügung gestellt hat. Das Verpacken gespendeter Gegenstände, Kleidung und Lebensmittel, großenteils in Plastiksäcken und Bananenkartons, das Be- und Entladen der Fahrzeuge, das Ausfüllen der Zollformulare und natürlich die Fahrten über die rund 1800 Kilometer nach Mogilev – auch all das zählt zum ehrenamtlichen Einsatz der Vereinsmitglieder.

Etwa 400 Tonnen an Hilfsgütern haben sie in den vergangenen Jahren nach Belarus gebracht, die vor allem in Kinderheimen gebraucht werden. Auch in einem Ferienlager freuen sich Kinder, wenn die verschiedensten Dinge aus Bocholt kommen. Unter anderem behindertengerechte Stühle und Hilfsmittel zählen dazu, für die ein Vereinsmitglied über seinen Sohn eine Quelle aufgetan hat. Der Lions Club hilft beim Beschaffen medizinischer Artikel und besonders kostenintensiver Dinge. Lösungen zu suchen und zu finden, um Bedarfe zu decken, ist eine Herausforderung. Für den anstehenden Transport hat das St. Agnes-Hospital zwei Inkubatoren gespendet. Das dortige Krankenhaus war selbst für Papier dankbar.

Die Hilfe zieht auch darüber hinaus segensreiche Kreise. Seit 2005 gibt es den Kontakt zu Pastor Pavel Brodov und seiner christlichen wohltätigen Organisation Tabea. Für ihn haben die Bocholter auch schon mal eine kleine Orgel organisiert. Und jetzt hat Werner Linde, mit 67 in Rente, als gelernter Schreiner aber natürlich weiterhin fachkundig, Bänke des abgerissenen Kirchengebäudes von Herz-Jesu so vorbereitet, dass sie in Mogilev für einen neuen Kirchenraum verwendet werden können.

Schwierige Bedingungen

Die Herausforderungen dort sind nach all den Jahren nicht weniger geworden, wie aus den Briefen des 73-jährigen Pastors hervorgeht, die er an den Verein schreibt. Auch in Mogilev hat die Corona-Pandemie den Zugang zu verschiedenen Einrichtungen verwehrt. Die Armenküche werde weiterhin genutzt, schreibt er, und nun darf auch das Ferienlager wieder bezogen werden. Zwischenzeitlich haben er und seine Organisation sich um Asylsuchende aus dem Irak gekümmert, die nach Belarus kamen und von dort nicht nach Polen einreisen durften. Auch dafür waren Güter aus Bocholt hilfreich.

Zwei Jahre lang hat das Virus Transporte von hier nach dort verhindert. Die persönlichen Kontakte fehlen, die Besuche der Bocholterinnen und Bocholter in Kinderheimen und in Schulen, in denen es eigens für sie Aufführungen und selbstgebastelte Geschenke gab, und auch das gemeinsame Grillen. „Wir haben da Freunde und Bekannte, wir wären so gerne wieder vor Ort“, sagt Werner Linde. Aber auch die politischen Verhältnisse haben sich zugespitzt. „Es gibt immer neue Auflagen und Beschränkungen“, so der Vereinsvorsitzende. „Für uns ist die Grenze dicht.“ Er und sein Team geben indes nicht auf. Ein Spediteur aus Belarus kommt in wenigen Tagen, wenn er seine Ware in Deutschland abgeladen hat, hierher und nimmt die Hilfsgüter mit, die die Vereinsmitglieder gesammelt und verpackt haben. 18 Tonnen Ladung, schätzt Werner Linde. „Solange wir können, werden wir das machen“, sagt er.

In Mogilev wartet man sehnsüchtig auf die Ankunft. Auch weil das wieder etwas greifbar Persönliches hat. Fast etwas Familiäres, wie unter den Bocholtern ohnehin, bei denen Werner Linde von seiner Frau im Vorstand und vielleicht bald auch von den Kindern seiner Schwester unterstützt wird. „Vertrauen – Freundschaft – Frieden“ steht unter dem Vereinslogo. „Ich hoffe“, hat Pavel Brodov unlängst nach Bocholt geschrieben, „dass keine Politik unsere Freundschaft zerstören kann.“  – jf –

Quelle: Wir-für-Bocholt.de

Neue Vereinsnachricht

Hallo Freunde!
Endlich eine gute Nachricht! Pavel hat den Abholtermin für den 9.4.2022 bestätigt. So kann ich den Ladetermin für Samstag den 9.April um 9 Uhr morgens ansetzen! Ich bitte um ZAHLREICHES ERSCHEINEN und große BETEILIGUNG. Ich hätte gerne eine Benachrichtigung, wer kommen kann.

Das brauche ich für die Planung, es ist ja eine Menge Arbeit. Wahrscheinlich werden Hannelore und Agnes für das leibliche Wohl sorgen. Das Ganze wird von 9 bis ca. 12 Uhr dauern. Die Adresse ist: Tünter Heide 24 in RHEDE. Thomas versucht jetzt noch so viel an Lebensmittel zu bekommen wie möglich. Helmut und ich waren gestern noch den ganzen Tag unterwegs um Hilfsgüter aufzuholen.

Jetzt habe ich noch eine nicht so gute Nachricht. Die letzten 20 Jahre habe ich von meiner Firma Fahrzeuge gesponsert bekommen, zuletzt auch einen umgebauten Sprinter, den ich mit Behinderung fahren durfte. Er ist verkauft und wird nächsten Monat abgeholt. Der Fuhrparkleiter hat entschieden, dass kein passender Ersatz kommt. Schade, das hatte uns viele Vorteile gebracht. Mit dem letzten Sprinter hab ich locker 60.000 Km inklusiv Sprit gefahren, kostenlos. Es wird aber auch so weitergehen.

Ich hoffe von euch zu hören.
Bleibt gesund
Gruß Werner

Perspektive: Hilfstransport im April

Dank einer Spende des Bocholter Krankenhauses warten jetzt auch zwei Inkubatoren in der Lagerhalle darauf, am April auf den Weg nach Mogilev gebracht zu werden.

Zwei voll funktionsfähige Inkubatoren, eine Spende des Bocholt Krankenhauses. Foto: Werner Linde
Zwei voll funktionsfähige Inkubatoren, eine Spende des Bocholt Krankenhauses. Foto: Werner Linde

Das neue Lager ist bereits gut gefüllt, Sach- und Kleiderspenden sind sortiert, Lebensmittelspenden werden erwartet. Werner Linde schätzt, dass mit dem bisherigen Spendenaufkommen ein 18-Tonnen-LKW vollständig gefüllt werden kann. 

Er wird sehnsüchtig erwartet, wie ein Brief von Pavel zeigt:

Lieber Vassili, liebe Freunde!

Ich habe Deine Nachricht bekommen. Vielen Dank dafür und für die Info über Eure Pläne zum Hilfstransport. Gott sei Dank sind wir alle gesund und am Leben. Ich hoffe, dass Ihr auch alle gesund seid. Das Jahr hat gerade erst angefangen, aber fast ein Monat ist bereits vorbei.

Wir hätten uns gerne mit Euch getroffen, aber wegen Corona geht es leider nicht.

Zur Zeit sind wir nur in der Stadt aktiv. Wir verteilen die Sachen und das Essen in der Armenküche. Corona schränkt unsere Aktivitäten sehr ein. Die ‚blauen Säcke‘ sind alle verteilt. Darum werden wir uns sehr freuen, wenn wir noch mehr Kleider- und Sachspenden bekommen können.

Zu den Lebensmitteln: wir haben uns erkundigt und eine Antwort vom Zoll bekommen, dass es kein Einfuhrverbot für Lebensmittel bei Hilfstransporten gibt. Bei humanitärer Hilfe gibt es keine Einschränkungen. Wir benötigen Eure Hilfe sehr. Und obwohl es bis zum April noch sehr lange dauert, werden wir geduldig warten. Die Hilfsempfänger sind alle sehr erfreut über Eure Lebensmittel und die Sachen aus den ‚blauen Säcken‘.

Bestelle schöne Grüße an alle. Alles Gute für Euch. Ich hoffe, dass keine Politik unsere Freundschaft zerstören kann.

Gott schütze Euch!

Mit Hochachtung

Pavel

(Übersetzung: Vassili Rakin)

Ein Brief aus Mogilev

Guten Tag Vassili,

vielen Dank für deine Nachricht. Ich danke Gott, dass Ihr alle gesund seid und weiterhin vorhabt, uns zu besuchen. Zur Zeit kann ich noch nicht sagen, wie es bei uns im nächsten Jahr mit Corona wird. Es ist alles instabil bei uns, man kann nichts vorauschauend planen. Aber wir sind sehr froh, dass Ihr bereit seid uns weiter zu helfen. Dafür sind wir sehr dankbar.

Wir haben große Probleme mit den Asylsuchenden aus Irak. Sie werden immer mehr und mehr. Sie möchten alle nach Deutschland, aber Polen lässt sie nicht einreisen. Bei den Asylsuchenden sind viele Schwangere und Kinder. Sie brauchen alle warme Kleidung und Lebensmittel. Letzte Woche haben wir auch an einer Hilfe-Action teilgenommen. Wir haben Kleidung, Decken, Bettwäsche, Kinderkleidung und Nudeln, die wir von Euch bekommen haben, für die Asylsuchenden zur Verfügung gestellt. Wir als Christen können dieses Leid nicht nur von Weiten schauen. Ihr habt bestimmt nichts dagegen.

Die Armenküche ist in Betrieb. Wir verteilen regelmäßig eure Sachen. Das Altenheim haben wir nicht auf, da wir die strengen Corana-Auflagen nicht erfüllen können.

Schöne Grüße an alle. Gott schütze euch.

Mit Liebe

Pavel und die Mitarbeiter

(Übersetzung: Vassili Rakin)

Post aus Mogilev

Lieber Vassili, liebe Vereinsmitglieder, ich grüße Euch!

Wir haben schon lange nichts von euch gehört. Wie geht es euch, wie ist die Lage bei euch?

Der Sommer ist schon lange vorbei, es ist Herbst draußen, aber mit Corona ist es bei uns noch lange nicht vorbei, immer mehr Coronakranke.

Wir verteilen jetzt die von euch erhaltenen Sachen. Die Betten sind alle weg, die Mundschutzmasken sind verteilt. Die Krankenhäuser fragen nach Bettwäsche und Bettdecken, da sie zur Zeit mehr Kranke haben. Kleidung zur Verteilung haben wir zur Zeit ganz wenig. Die „blauen Säcke“ von Hannelore sind sehr gefragt, da dort sehr gute Sachen zu finden sind.

Seit dem 18. Oktober ist die Armenküche in Betrieb. Im Herbst haben wir Gemüse vorbereitet: Möhren, Zwiebeln, Weißkohl, 4 Fässer Gurken mit 20 und 30 Liter Inhalt. Nuddeln, Salz und Mehl haben wir von euch bekommen. Dazu haben wir noch zwei Kisten Sonnenblümenöl und Zucker gekauft. Vom Landbetrieb haben wir noch Hähnchen bekommen.

Zur Zeit können die Leute nicht bei uns essen, sie nehmen das Essen nach Hause mit. Wir haben ein Fenster in der Tür eingebaut, das Essen wird in die Einwegschalen verpackt. Die Leute müssen draußen warten und haben Masken. Aber es kommen immer mehr Leute zu uns. Die Preise schießen hoch, die Lage der einfachen Leute wird immer schlechter. Manchmal wird auch nur eine Scheibe Brot mitgenommen. Bis zu 60 Personen kommen zur Armenküche.

Wir bedanken uns für eure Lebensmittel, die wir verteilen können, auch für die Lebensmittel für das Kinderdorf. Besondere Dankeschön für Nutella, die Thomas und Nina besorgen.

Corona hat eure und auch unsere Pläne durcheinander gebracht. Wir fürchten sehr, dass das unsere gemeinsame Projekt jetzt von euch beendet wird. Und wenn Gott so will, dann ist eure 30-jährige Arbeit allen in Weißrussland bekannt und als Heldentat anerkannt. Wir bedanken uns für eure Arbeit, besonders bei den älteren Mitgliedern des Vereins. Auch dir, Vassili, Danke schön für die Vorbereitung der Unterlagen und für das Durchführen des Schriftverkehrs.

Eure und unsere Arbeit lässt Spuren, auch wenn wir nicht mehr da sind. Gebt uns bitte Bescheid, wie eure Zukunftspläne bezüglich des Hilfstransports aussehen.

Alles Gute und herzliche Grüße an Mitgliedern des Vereins.
Mit Hochachtung Pavel und Mitarbeiter.
Gott schütze Euch.

(Übersetzung: Vassili Rakin)

Eintopf wird in Schalen abgefüllt …
… und weitergereicht; Fotos: Pavel Brodow