Nachricht aus Mogilev

Der Transport ist gut angekommen.

Angekommen in Mogilev; Foto: Pavel Brodov

Das ist die Nachricht von Pavel:

„Lieber Vassili und lieber Werner mit deiner Manschaft,

vielen, vielen Dank für Alles.

Der LKW ist am Sonntag gekommen. Am Montag haben wir abgeladen. Die Ladung ist für uns sehr wichtig und sehr zeitig, und vielen Dank für das „Geschenk“. Wir haben dieses in voller Höhe bekommen. Das ist für die nächste Fahrt im August.

Die Info, dass wir einen besonderen Kinderwagen bekommen haben, haben wir weitergeleitet. Wir werden euch informieren, wenn wir diesen an den Empfänger übergeben haben.

Wenn Ihr nach Mogilev kommt, dann freuen wir uns sehr und dieses Zusammensein wird für uns sehr wichtig.

Gott Schütze Euch.

Mit Hochachtung Pavel Brodov und die Bediensteten

(Übersetzung: Vassili Rakin)“

Noch ein kleiner Nachtrag zur oben genannten Geschenk. Dabei handelt es sich um eine Vereinsspende von 1000 € an Pavel Brodov, damit er in den nächsten Wochen auch die Speditionskosten für einen weiteren Transport finanzieren kann.

Im Zolllager; Foto:Pavel Brodov

Auf den Weg gebracht

Beladen mit Hilfe eines Förderbands; Foto: B. Heimbach

Bei allerbestem Ladewetter – trocken, sonnig, nicht zu heiß – konnte heute ein erster LKW beladen werden. Und weil in diesem Jahr alles anders ist, war es auch eine andere Mannschaft, die das Beladen meisterte. Der Mittwoch war ein normaler Arbeitstag für diejenigen, die sonst diese Arbeit übernehmen. Ein Aufruf über Facebook wegen Mithilfe war sehr erfolgreich.  Auch Bekannte und Nachbarn waren angesprochen worden. So kamen erfreulich viele tatkräftige Menschen zusammen.

Beeindruckende Größe des Wagens; Foto: B. Heimbach

Jetzt müssen noch die Zollpapiere eingereicht werden und die Fahrt kann beginnen.

Es geht voran

In den nächsten Tagen wird ein erster Transport stattfinden können. Ein Spediteur wurde gefunden, der zu günstigen Kosten Hilfsgüter nach Mogilev bringen wird.

Jede Menge Nudeln; Foto:Werner Linde

Auf Wunsch von Pavel Brodow werden das zunächst Lebensmittel, vor allem Nudeln und Mehl, sowie Kleidung sein. Damit kann das Ferienlager unterstützt werden, das in diesem Jahr erst im August stattfinden wird. Nach derzeitigem Kenntnisstand gibt es in Weißrussland zwar keine Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie, aber trotzdem wird es für die Kinder und Jugendlichen besondere Vorsichtsmaßnahmen geben.

 

Kein eigener Transport in diesem Jahr – Hilfsgüter kommen trotzdem

Schweren Herzens wurde gestern die Entscheidung getroffen, dass die Vereinsmitglieder in diesem Jahr keinen Transport begleiten werden. Zwei Gründe sind dafür ausschlaggebend: zum einen die unklare Corona-Situation, zum anderen Berichte über politische Proteste in Weißrussland. Dagegen hat Staatspräsident Lukaschenko strenge Maßnahmen angedroht. Somit ist die Lage vor Ort unwägbar.

Aber trotzdem wird Hilfe auf den Weg gebracht werden

Es gibt verschiedene Güterlieferungen per LKW aus Weißrussland. Es ist in Planung, solche Wagen, die ansonsten leer wieder zurückfahren, mit den gesammelten Hilfsgütern zu bestücken. Zwei Wagen zu je 40 Tonnen werden benötigt. Die notwendigen Kontakte sind bereits geknüpft.

Ein solcher Transport geschieht nicht kostenlos, deswegen hier noch einmal der Hinweis auf das Spendenkonto des Vereins:

Hilfe für tschernobylgeschädigte Kinder e.V.

Sparkasse Bocholt – IBAN DE84 4285 0035 0000 1321 26

BIC WELADED1BOH

Kirchenbänke als Spende

Im September 2019 wurde die Bocholt Herz-Jesu-Kirche profaniert. Als die Schließung der Kirche bekannt wurde, hat Werner Linde das Gespräch darüber gesucht, ob die Kirchenbänke einen Weg nach Mogilev finden könnten. Darüber wurde positiv entschieden.

Danke

Kirchenbänke in der Herz-Jesu-Kirche werden abgebaut; Foto: Werner Linde

So konnten am Wochenende die Bänke aus dem afrikanischen Tropenholz Kambala abgebaut werden. Entsprechend der räumlichen Vorgaben in Mogilev wurden sie passen zugeschnitten, verladen und ins Lager gebracht.

Eine Wagenladung Bänke; Foto: Werner Linde
Eingelagert; Foto: Werner Linde

Hoffentlich finden sie noch in diesem Jahr den Weg zu ihrem neuen Bestimmungsort!

Sonderwünsche wegen Corona

In der vergangenen Woche kam dieser Hilferuf aus Mogilev:

Liebe Freunde! Lieber Vassili!
Bei uns ist auch der Coronavirus angekommen, aber ist nicht so schlimm wie in Spanien. Die Krankenhäuser in Mogilev wissen über unsere Kontakte nach Deutschland und haben auch auf euren Besuch zu Ostern gewartet.
Ich wollte auch noch fragen, ob ihr einen LKW mit den medizinischen Produkten wie Einwegkittel, Bettlacken, Windeln und alles, was mit Medizin zu tun hat, beladen und nach Mogilev schicken könnt. Den LKW werden wir selbst besorgen und nach Deutschland kommem lassen.
Ich denke, dass ihr einige Verbindungen zu den Krankenhäusern in Deutschland habt. Oder auch in Deutschland hat man Engpässe mit solchen Sachen. Die LKWs von Roten Kreuz können die Grenzen bei uns ohne Weiteres passieren.
Könnt ihr in Erfahrung bringen, ob man auch die humanitäre Hilfe nach Weißrussland schicken kann. Dann werden wir uns um die LKWs kümmern.
Wir werden auf eure Antwort warten.
Mit Hochachtung Pavel Brodov

(Übersetzung: Vassili Rakin)

Leider musste die Antwort des Vereins so aussehen:

Hallo Vassili,
mir werden von keiner Seite Hoffnungen gemacht. Selbst Altenheime haben große Probleme Hygieneartikel zu erwerben.
Selbst im Bocholter Krankenhaus werden sie knapp.
Die Preise sind extrem in die Höhe gegangen und die bestellten Waren kommen nur zögerlich.
Es ist zur Zeit echter Mangel.
Ich sehe daher keine Chance, für Pavel irgendetwas zu organisieren.
Wir hätten sehr gerne geholfen, aber haben wir keine Möglichkeit dazu.
Schönen Gruß    auch an Pavel

Wenn ich noch etwas ergeben sollte, melden wir uns direkt.

Liebe Grüße

Werner 〈Linde〉

 

Post aus Mogilev

Pavel Brodov hat geschrieben:

Hallo liebe Freunde, lieber Vassili,
wir arbeiten in Weißrussland wie gewöhnlich, aber es wird immer komplizierter mit dem Coronavirus.

Essen für Bedürftige; Foto: Pavel Brodov

Jeden Tag kommen ca. 70 Personen zu uns, was nicht ganz einfach in der Coronazeit ist. Die Kleidung können wir nur an die staatlichen Institutionen abgeben, damit sie sie an die Bedürftigen weiter verteilen können. Die Armenküche ist noch offen, aber wir haben auch einen Lieferservice für die ca. 30 älteren Menschen organisiert. Aber die Meisten kommen und holen das Essen selbst ab, essen können sie bei uns wegen Corona nicht.  Aber langsam gehen die Lebensmittel zur Neige.
Wie geht es euch? Wir warten auf euch. Wie sehen eure Pläne aus mit der Reise nach Weißrussland? Wir hoffen auf Gottes Hilfe, dass wir uns noch in diesem Jahr treffen. Ich sende ein paar Fotos von der Armenküche.

Gott schütze euch.

Mit Hochachtung Pavel Brodov und die Angestellte

(Übersetzung: Vassili Rakin)

Der Corona-Strich durch die Planung

Trotz einiger Schwierigkeiten standen auch in diesem Jahr ein zwei LKW (40 und 7 1/2 Tonnen) sowie ein großer Sprinter als Mannschaftswagen bereit. Geplant war das Beladen für den 17. April, damit am 24. April die Reise beginnen sollte. 

Lager voller Kartons; Foto: Thomas Linde

Zwei große Sonderposten stehen bereit: Kirchenbänke aus der Herz-Jesu-Kirche und Laminat. Beides hatte sich Pavel Brodov, der Leiter der gemeinnützigen Wohltätigkeits-vereinigung Tabea gewünscht. Er muss sich nun gedulden, bis er damit einen neuen Kultursaal der Gemeinde ausstatten kann.

Zehn Vereinsmitglieder hatten geplant, den Transport zu begleiten. Sie müssen nun, wie alle anderen auch, darauf warten, dass die Grenzen wieder geöffnet werden. Besonders enttäuscht ist  der 16jährige Johannes, für den es die erste Reise nach Weißrussland werden sollte.

Nun heißt es warten und gesund bleiben.

Wir sind traurig

Gabriele Enk

Unser langjähriges Mitglied Gabriele Enk ist am 11. Februar verstorben. Wir verlieren einen stets liebevollen Menschen. Sie hat ihre langjährige Krankheit still ertragen. Wann immer es ihr möglich war, hat sie die Arbeit des Vereins unterstützt. Es war ihre Perücke, die die Sammelaktion initiiert hat.

Auf ihren Wunsch wird sie ihre letzte Ruhe im Friedenswald finden.

Es ist in ihrem Sinn, ihrer mit einer Spende für den Verein zu gedenken.

Briefe aus Mogilev

Pavel Brodov von der Wohltätigkeitsvereinigung Tabea hat zwei Briefe geschrieben

Pavel Brodov und Werner Linde; Foto: Thomas Linde

Lieber Vassili,
ich grüße dich und alle Vereinsmitglider, sowie Siggi und seine Frau.
In das neue Jahr 2020 haben wir ohne Schnee reingefeiert. Aber wir bereiten uns schon auf den Frühling vor.
In Mogilev über die Presse wurde es bekannt, dass ihr einen Rollstuhl für Maxim aus Deutschland mitgebracht habt. An uns hat sich noch eine Familie mit der Bitte um eine Hilfe gewendet.
Die Tochter der Familie hat Kinderlähmung und braucht einen speziellen Kinderwagen. Ich habe der Familie nur sagen können, dass ich euch um Hilfe bitten würde.
Vielleicht könnt ihr mit meinem Bruder Günter, „dem Orgelspieler“ so etwas noch einmal organisieren.
Die Daten der Familie: Darja S., 5 Jahre alt, Stadt Molilev, K* Strasse,
Kinderwagen-Rollstuhl Junior Plus für Kinder mit Kinderlähmung.

Ich bin euch sehr dankbar, dass ich überhaupt so eine Bitte aussprechen kann.
Gott schütze euch. Ich wünsche euch im neuen Jahr Gesundheit, Frieden und alles Gute.
Es grüßen euch Pavel und Mitarbeiter“

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Lieber Vassili,
habe mich sehr darüber gefreut, dass ihr und Werner euch mit der Suche nach Kinderwagen befasst. Ich hoffe, dass ihr Erfolg habt. Ich habe mich mit der Mutter von Darja in Verbindung gesetzt, hier sind die Angaben vom Mädchen: Körpergröße 110 cm, Gewicht 18 kg. Der Kinderwagen soll für die Kinder bis zu 30 kg geeignet sein.
Ich sende ein Paar Fotos von einem Jungen namens Kirill. Er hat zum Weihnachten einen Brief an den Presidenten Lukaschenko mit dem Wunsch nach einem Fahrrad geschrieben. Als wir das gehört haben, haben wir ein Fahrrad, das ihr mitgebracht habt, ihm zum Weihnachten geschenkt. Das hat  ihm und seiner Mutter viel Freude gebracht.

Wir haben zum Silvester ca. 400 Geschenke für Kinder vorbereitet: Süßigkeiten und Spielzeuge von euch, ein Kinderbuch dazu. Diese Geschenke haben wir den Kindern in den umliegenden Dörfer und in den Kinderheimen verteilt, siehe dazu auch Fotos.
Die von euch mitgebrachte Nuddeln und Mehl haben wir im Kinderdorf und in der Armenküche bei uns bereits verbraucht. Sonnenblumenöl nutzen wir nur im „Warmen Haus“ in Pribor.

Wir warten auf euch. Viele Grüße an alle.
Gott schütze euch.
Mit Hochachtung Pavel

(Übersetzung: Vassili Rakin)